EN ISO 13688 – Allgemeine Anforderungen an Schutzkleidung

Die Norm EN ISO 13688 legt allgemeine Leistungsanforderungen an die Ergonomie, die Unschädlichkeit, die Größenbezeichnung, die Alterung, die Verträglichkeit und die Kennzeichnung von Schutzkleidung fest, die der Hersteller mit der Schutzkleidung mitliefern muss.

EN 20471 – Warnkleidung

Norm/Klasse

Die Schutzbekleidung erfüllt die grundlegenden Anforderungen der EG-Richtlinie für persönliche Schutzausrüstungen 89/686/EWG und entspricht den Forderungen der europäischen Norm EN ISO 20471:2013.
Die Zahlen neben dem Piktogramm haben folgende Bedeutung: Bei allen Klassenangaben ist die Klasse 1 die niedrigste Klasse und die Klasse 3 die höchste Klasse. Die genaue Leistungsstufe entnehmen Sie bitte der Etikette im Bekleidungsstück.

EN ISO 20471:2013

Die Zahl (x) bezeichnet das Leistungs-Niveau hinsichtlich der Fläche des sicht baren fluoreszieren den und reflektierenden Materials (max. 3).

Mindestmass-Anforderungen an den Materialbereich in m²

                                         Klasse 1    Klasse 2    Klasse 3
Fluoreszierendes Material        0,14          0,50         0,80
Reflektierendes Material         0,10          0,13         0,20

Gebrauchsanleitung

Um die höchste Sichtbarkeit zu gewährleisten, muss immer Bundhose/Latzhose und Oberteil (Jacke, Warngilet, etc.) kombiniert oder ein Kombi getragen werden. Tragen Sie die Bekleidung geschlossen! Wählen Sie die Bekleidungsteile so, dass sie der Funktion oder dem Anwendungsbereich entsprechen. Nichts über dem Bekleidungsstück tragen, was das farbige, fluoreszierende oder das reflektierende Material verdecken könnte.

Schutzwirkung

Die Warnbekleidung kann die übrigen Sicherheitsmassnahmen und die persönliche Vorsicht und Aufmerksamkeit nicht ersetzen. Achten Sie darauf, dass das reflektierende Material nicht verschmutzt ist. Bei nachträglichem Bedrucken oder Besticken der Bekleidung kann die ursprüngliche hochsichtbare Wirkung eventuell nicht mehr gewährleistet werden. Bei Längenänderungen kann die Erfüllung der Norm nicht mehr gewährleistet werden.

EN 343 – Schutz gegen Regen

Norm/Klasse

Diese Schutzkleidung erfüllt die grundlegenden Anforderungen der EG-Richtlinie für persönliche Schutzausrüstung 89/686/EWG und entspricht den Forderungen der europäischen Normen EN 343:2003+A1:2007/AC. Die Zahlen neben dem Piktogramm haben folgende Bedeutung: Bei allen Klassenangaben ist die Klasse 1 die niedrigste Klasse und die Klasse 3 die höchste Klasse. Die genaue Leistungsstufe entnehmen Sie bitte der Etikette im Kleidungsstück.

EN 343:2003+A1:2007/AC

Es werden zwei Leistungsparameter angegeben Wasserdurchgangswiderstand (x) und Wasserdampfdurchgangswiderstand (y). Das Maximum wäre jeweils die Klasse 3.

Beständigkeit gegen das Eindringen von Wasser

Die Wasserdichtheit bezieht sich auf den Durchtritt von Wasser von aussen durch die Schutzkleidungsmaterialien (z.B. durch Regen, Nebel, Schnee) und wird in 3 Klassen unterteilt, je nachdem wie beständig die Bekleidung gegen Wasserdruck ist. Klasse 3 bietet die höchste Beständigkeit.

Wasserdampfdurchgangswiderstand

Die Ermittlung der Atmungsaktivität erfolgt über die Messung des Wasserdampfdurchgangswiderstands, der als Ret bezeichnet wird. Je kleiner der Ret Wert, desto höher ist die Wasserdampfdurchlässigkeit (Atmungsaktivität) des Materials.

Tragezeitempfehlung

Die Wasserdampfdurchlässigkeit des Materials ist von grosser Bedeutung für die physiologischen Trage-
eigenschaften der Bekleidung. Die Norm bezeichnet empfohlene maximale Tragezeiten für einzelne Leistungsklassen. Dabei werden verschiedene Umgebungstemperaturen bei einer konstanten körperlichen Anstrengung des Trägers angenommen. Zu beachten ist, dass eine veränderte körperliche Anstrengung des Trägers die empfohlenen Tragezeiten der jeweiligen Leistungsklasse beeinflusst.

EN ISO 11611 – Schutz bei Schweissen und verwandten Verfahren

Norm/Klasse

Die Schutzkleidung erfüllt die grundlegenden Anforderungen der EG-Richtlinie für persönliche Schutzausrüstung 89/686/EWG und entspricht den Forderungen der europäischen Norm EN 11611:2015 Schutzkleidung für Schweissen und verwandte Verfahren in Verbindung mit EN ISO 13688 allgemeine Anforderungen.
Die Zahlen neben dem Piktogramm haben folgende Bedeutung:

Klasse x

Klasse 1:    
Schutz gegen weniger riskante Schweiss arbeiten und Situationen mit wenigen Spritzern und geringer Strahlungshitze       
Min. 15 Tropfen geschmolzenes Metall und Wärmedurchgangsindex RHTI 24 ≥ 7s

Klasse 2:    
Schutz gegen riskante Schweissarbeiten und Situationen mit vielen Schweissspritzern und hoher Strahlungshitze
Mind. 25 Tropfen geschmolzenes Metall und Wärmedurchgangsindex RHTI 24 ≥ 16s

Ay

A1 Oberflächenentzündung
A2 Kantenbeflammung

Schweisserschutzkleidung gemäss EN ISO 11611:2015 brennt nicht weiter, wenn sie unbeabsichtigt und kurzzeitig mit einer Flamme berührt wird. Die durch diese Kleidung abgedeckte Haut des Trägers wird gegen kleine Metallspritzer beim Schweissen und bei ähnlichen Verfahren mit vergleichbaren Gefährdungen (z.B. Brennschneiden) geschützt, aber nicht gegen grössere Mengen flüssigen Metalls bei Giessereiarbeitern. Sie schützt auch gegen Ultraviolettstrahlen. Schutz gegen elektrische Körperdurchströmung beim Lichtbogenschweissen besteht nicht; deshalb sind geeignete isolierende Zwischenlagen zu verwenden, um den Kontakt des Schweissers mit elektrisch leitfähigen Teilen der Ausrüstung zu verhindern. Das Kleidungsstück schützt nur gegen kurzen unbeabsichtigten Kontakt mit spannungsgeladenen Teilen. Zusätzliche Schutzanforderungen sind für spezielle Einsatzzwecke notwendig (z.B. Überziehärmel, Schürzen, Gamaschen, u.ä.).

Die volle Schutzwirkung ist nur bei kompletter Körperbedeckung gegeben. Durch den Anwender ist die Schutzkleidung vor dem Benutzen auf Schäden, welche die Schutzfunktion beeinträchtigen könnten, z.B. Löcher, Risse, defekte Nähte und Schliesselemente, zu prüfen. Beim Auftreten nicht behebbarer Schäden ist die Kleidung auszutauschen. Die Schutzkleidung muss geschlossen getragen werden.

Die Bekleidung sollte regelmässig (nach Herstellerangaben) gereinigt und überprüft werden. Verschmutzte Kleidung kann zu einer Reduzierung der Schutzwirkung führen. Besondere Sorgfalt ist beim Schweissen in engen Räumen erforderlich (Gefahr der Anreicherung der Luft mit Sauerstoff), da ein erhöhter Sauerstoffgehalt der Luft den Schutz der Schweisserschutzkleidung gegen Entflammen verringert. Der Schutz gegen Flammen wird herabgesetzt, wenn die Bekleidung mit brennbaren Stoffen verunreinigt wird. Nässe und Feuchtigkeit (Schweiss) kann die isolierende Wirkung vermindern. Sonnenbrand ähnliche Verbrennungen weisen darauf hin, dass die Bekleidung von UVB-Strahlen durchdrungen wird. Die Bekleidung muss ersetzt werden oder durch eine zusätzliche, widerstandsfähige Schutzschicht ergänzt werden.

Eigenmächtige Veränderungen an der Schutzkleidung sind aus Sicherheitsgründen nicht gestattet, Reparaturen dürfen nur nach den Vorgaben des Herstellers durchgeführt werden.

EN ISO 11612 – Schutz gegen Hitze und Flammen

Norm/Klasse

Die Schutzkleidung erfüllt die grundlegenden Anforderungen der EG-Richtlinie für persönliche Schutzausrüstung 89/686/EWG und entspricht den Forderungen der europäischen Norm EN 11612:2015 Schutzkleidung für hitzeexponierte Arbeiter in Verbindung mit EN ISO 13688 allgemeine Anforderungen.

Hitzeschutzkleidung

Diese dient zum Schutz spezifischer Körperregionen von hitzeexponierten Arbeitern gegen kurzzeitigen Kontakt mit Flammen, Hitzestrahlung sowie falls geprüft, gegen flüssige Aluminium- oder Eisenspritzer bzw. der Zusammenwirkung gegen diese Gefährdungen.

A                 Begrenzte Flammenausbreitung gemäss ISO 15025
A1               Oberflächenentzündung
A2               Kantenbeflammung
B1-B3          Schutz vor konvektiver Hitzeleitung und offenem Feuer
C1-C4         Schutz vor Strahlungswärme
D1-D3         Schutz vor Aluminiumspritzern
E1-E3         Schutz vor Eisenspritzern
F1-F3         Schutz vor Kontaktwärme

Die volle Schutzwirkung ist nur bei kompletter Körperbedeckung gegeben. Durch den Anwender ist die Schutzkleidung vor dem Benutzen auf Schäden, welche die Schutzfunktion beeinträchtigen könnten, z.B. Löcher, Risse, defekte Nähte und Schliesselemente, zu prüfen. Beim Auftreten nicht behebbarer Schäden ist die Kleidung auszutauschen. Die Schutzkleidung
nicht direkt auf der Haut und keine hitzeempfindliche Unterkleidung tragen, sie muss geschlossen getragen werden. In hitzeexponierten Gefahrenbereichen muss die Jacke mit einer Hose der gleichen Schutzklasse getragen werden.

Bietet Ihre Kleidung auch Schutz gegen flüssige Aluminiumspritzer (Codebuchstabe D und/oder flüssige Eisenspritzer, Codebuchstabe E), müssen Sie im Falle von Spritzern geschmolzenen Metalls als Träger den Arbeitsplatz sofort verlassen und die Kleidung ablegen. Es ist nicht auszuschliessen, das im Falle von Spritzern von geschmolzenem Metall Verbrennungsrisiken
gegeben sind, wenn die Kleidung auf der Haut getragen wird.

Die Bekleidung sollte regelmässig (nach Herstellerangaben) gereinigt und überprüft werden. Verschmutzte Kleidung kann zu einer Reduzierung der Schutzwirkung führen. Der Träger muss sich unverzüglich zurückziehen und die Kleidung ablegen, sollte diese von zufälligen Spritzern flüssiger Chemikalien oder brennbarer Flüssigkeiten beaufschlagt werden und zwar so, dass
die Chemikalien oder Flüssigkeiten nicht mit der Haut in Kontakt kommen und danach sollte die Kleidung entsorgt werden.

Eigenmächtige Veränderungen an der Schutzkleidung sind aus Sicherheitsgründen nicht gestattet, Reparaturen dürfen nur nach den Vorgaben des Herstellers durchgeführt werden.

EN 1149 – Elektrostatisch ableitfähige Schutzbekleidung

Norm/Klasse

Die Schutzkleidung erfüllt die grundlegenden Anforderungen der EG-Richtlinie für persönliche Schutzausrüstung 89/686/EWG und entspricht den Forderungen der europäischen Norm EN 1149-5:2008 elektrostatisch ableitfähiger Schutzkleidung in Verbindung mit EN ISO 13688 allgemeine Anforderungen.

EN 1149-3:2004 - elektrische Entladung

Diese Norm beschreibt die Brechung elektrostatischer Entladungen durch die Oberfläche des Bekleidungsmaterials.

EN 1149-5:2008 - Materialleistung und Design

Diese Norm legt die Leistungsanforderung an das Material und die Konstruktion fest, ausserdem legt Sie das Verfahren für die Messung des Abbaus elektrostatischer Ladung von der Oberflächenspannung von Bekleidungsmaterialien fest.

Die Person, die die elektrostatisch ableitfähige Schutzkleidung trägt, muss ordnungsgemäss geerdet sein. Der elektrische Widerstand zwischen Person und Erde muss weniger als 108Ω betragen, z.B. durch das Tragen geeigneter Schuhe (nach EN ISO 20345 mit Zusatzanforderung A oder Berufsschuhe nach EN ISO 20347 mit Zusatzanforderung A).
Die Schutzkleidung muss geschlossen getragen werden.

Elektrostatisch leitfähige Schutzkleidung:

  • Darf weder in brennbarer oder explosionsfähiger Atmosphäre, noch bei der Handhabung von brennbaren und explosionsfähigen Substanzen geöffnet oder ausgezogen werden. Vor dem Einsatz in explosionsgefährdenden Bereichen der Zone 0 und bei Vorhandensein sehr explosibler Gase/Dämpfe der Explosionsgruppe IIC ist eine spezielle Risikoanalyse vorzunehmen.
  • Darf nicht ohne vorherige Zustimmung des verantwortlichen Sicherheitsbeauftragten in sauerstoffan-       gereicherter Atmosphäre getragen werden.
  • Muss während des bestimmten Gebrauchskomplett geschlossen getragen werden und bei Bewegungen wie Beugen des Oberkörpers muss die Jacke den Taillenbund der antistatischen Hose in Rückenhöhe noch immer genügend überdecken.


Das elektrostatisch ableitfähige Leistungsvermögen der elektrostatisch ableitfähigen Schutzkleidung kann durch Abnutzung, Reinigung und Verschmutzung beeinträchtigt werden.

EN 61482-1-2 – Schutz gegen elektrische Lichtbogen

Erklärung Störlichtbogen:

Ein Störlichtbogen ist ein elektrischer Lichtfluss bei Kurzschluss. Er dauert meist nicht länger als eine Sekunde und kann Temperaturen von über 10`000 °C hervorrufen. Neben konvektiver Hitze und flüssigen Metallspritzern wird starke Hitze erzeugt, die unsichtbar für das menschliche Auge sind und schwere
Verbrennungen zweiten und dritten Grades zur Folge haben können.

Norm/Klasse

Die Schutzkleidung erfüllt die grundlegenden Anforderungen der EG-Richtlinie für persönliche Schutzausrüstung 89/686/EWG und entspricht den Forderungen der europäischen Norm IEC 61482-2:2009 Schutzkleidung gegen die thermischen Gefahren eines elektrischen Lichtbogens in Verbindung mit EN ISO 13688 allgemeine Anforderungen.
Die genaue Leistungsstufe entnehmen Sie bitte der Etikette im Kleidungsstück.

                                  Klasse 1    Klasse 2
Stromstärke                    4kA           7kA
Störlichtbogendauer         0.5s          0.5s

EN 61482-1-2: Prüfverfahren 2 – Bestimmung der Lichtbogen Schutzklasse des Materials und der Bekleidung unter Verwendung eines gerichteten Prüflichtbogens (Box-Test)

IEC 61482-2: Arbeiten unter Spannung – Schutzkleidung gegen die Thermischen Gefahren eines Lichtbogens –Teil 2:
Anforderungen
Messung der Wärmeenergie beim Box Test für Material:

  • Beurteilung, ob durch den Wärmetransport Verbrennung zweiten Grades entstehen können, erfolgt anhand der Stoll-Kurve
  • Bewertung des Box-Tests für Kleidung erfolgt inkl. allen Zubehörs, Nähgarn, Verschlüsse etc.


Weitere Anforderungen:

  • Verwendung eines hitzebeständigen Nähgarns (bis 260 °C)

Die Umgebungsbedingungen und die Gefahren am Arbeitsplatz sind stets zu beachten. Abweichungen von den in dieser Norm enthaltenen Parametern können zu veränderten Bedingungen führen. Diese Schutzkleidung ist keine elektrisch isolierende Schutzkleidung (erfüllt nicht EN 50286-1999). Die volle Schutzwirkung ist nur bei kompletter Körperbedeckung gegeben.

Daher müssen zusätzlich andere geeignete Schutzeinrichtungen (Schutzhandschuhe, Schutzhelm, Stiefel etc.) getragen und verwendet werden. Die Schutzkleidung muss geschlossen getragen werden.

Verschmutzte Schutzkleidung und andere mit der Schutzkleidung zusammen getragene Kleidungsstücke können den Schutz mindern. Es sollen keine Kleidungsstücke wie Hemden, Unterbekleidung oder Unterwäsche aus Polyamid, Polyester oder Acrylfasern getragen werden, die bei Lichtbogeneinwirkung schmelzen. 

Durch den Anwender ist die Schutzkleidung vor dem Benutzen auf Schäden, welche die Schutzfunktion beeinträchtigen könnten, z.B. Löcher, Risse, defekte Nähte und Schliesselemente, zu prüfen. Beim Auftreten nicht behebbarer Schäden ist die Kleidung auszutauschen.

EN 381-5 – Schutz vor handgeführten Kettensägen

Anwendungsbereich

Die Norm EN 381-5 legt die Anforderungen an den Beinschutz zum Schutz gegen Schnitte durch handgeführte Kettensägen fest. Das Material zum Schutz des Trägers ist im Kleidungsstück integriert und dauerhaft mit ihm verbunden.

Klassifizierung

Bei dieser Norm wird in vier Schutzklassen unterschieden:
Schutzklasse 0 = 16 Meter pro Sekunde (max. Kettengeschwindigkeit bei der Säge, bis zu der die Bekleidung eine vorgeschriebene Schutzwirkung erfüllen muss.)
Schutzklasse 1 = 20 m/s
Schutzklasse 2 = 24 m/s
Schutzklasse 3 = 28 m/s

Einsatzgebiete

Schutzkleidung für alle Arbeiten mit handgeführten Kettensägen.