10. Juli 2017

Interview mit Rösi Lindegger

Der wichtigste Erfolgsfaktor jeder Firma sind die Mitarbeitenden. Sie prägen die Firmenkultur, sind verantwortlich für Erfolge und geben dem Unternehmen ein Gesicht. workfashion.com hatte in den letzten 50 Jahren das Glück, viele langjährige Mitarbeiter zu haben, die mit der Firma durch dick und dünn gegangen sind. Eine davon, Rösi Lindegger, durften wir zum Jubiläum interviewen und mit ihr einen Teil der Geschichte Revue passieren lassen.


Frau Lindegger, wieviele Jahre haben Sie bei der Firma workfashion.com bzw. PLUS-TEX gearbeitet und wie kamen Sie zur Firma?
Meine Schwägerin hatte bereits bei PLUS-TEX gearbeitet. Ca. 1979 bin ich kurzfristig für jemanden eingesprungen, der krank war. Aus der Aushilfe wurde eine Festanstellung und so bin ich, bis auf einen kurzen Unterbruch, der Firma über 20 Jahre hinweg treu geblieben.

In welchen Abteilungen haben Sie gearbeitet?
Anfangs habe ich als „Springerin“ gearbeitet und überall ausgeholfen, wo Hilfe gebraucht wurde. So habe ich Stoffbahnen ausgelegt, Schnitte vergrössert, Bändel angenäht, Ösen angebracht oder auch in der Spedition beim Rüsten geholfen.
Später war ich dann vor allem für das Rüsten der Zutaten zuständig.

Frau Lindegger erinnert sich noch, was sie damals produziert haben. Zu Anfang waren es vor allem Regenbekleidung und Essmäntel für die EPA sowie Sportsäcke für den Bau. Sie hatten auch grosse Baufirmen als Auftraggeber, die jeweils im Winter ihre Jacken zum Reparieren und Waschen gebracht haben. In den 80er/90er Jahren haben sie sogar Wanderjacken und Skibekleidung produziert. Zwei sind bei ihr privat immer noch im Einsatz.
Später hat sich das Angebot dann verbreitert und man hat sich auf die Herstellung & Entwicklung von Berufsbekleidung spezialisiert.

Was haben Sie vor Ihrer Arbeit bei workfashion.com gemacht?
Eine Ausbildung konnte ich leider nicht machen. Dazumal musste man zahlen, um eine Lehre machen zu können. Da wir sieben Geschwister waren, lag dies finanziell nicht drin.
Deshalb habe ich nach der Schule zuerst in verschiedenen Haushalten gearbeitet, was damals üblich war. Danach habe ich in die Viktoria Fabrik (Herstellung von Bettfedern) gewechselt, da es mehr Lohn gab. Später habe ich bei der Papierfabrik Cham gearbeitet, wo ich im Akkord Papier kontrolliert habe.

Haben Sie immer gearbeitet, auch als Ihre Kinder noch klein waren?
Ja, ich habe immer Vollzeit gearbeitet. Dazumal mussten wir sogar samstags arbeiten. Meine Kinder waren während dieser Zeit bei meiner Mutter. Wir hatten ja auch noch keinen Mutterschaftsurlaub zu dieser Zeit.  Nebenbei habe ich zudem noch im Service gearbeitet.

Frau Lindegger erzählt, dass es keine einfachen Zeiten waren. Sie hatten mit Geldsorgen zu kämpfen und das Leben war nicht einfach. Doch man hat zusammen gehalten und war füreinander da. So hat sie diese Zeit in guter Erinnerung behalten.

Was haben Sie besonders an Ihrer Arbeit geschätzt?
Mir hat die Arbeit an und für sich gut gefallen, es hat mir Spass gemacht. Vor allem die Zusammenarbeit mit den Kollegen habe ich sehr geschätzt. Mit gewissen Leuten habe ich bis heute Kontakt und wir treffen uns noch ab und zu privat, um uns auszutauschen und über die „alten Zeiten“ zu plaudern. Das ist immer sehr schön und lustig.

Wie geniessen Sie heute Ihre Pension, was sind Ihre Hobbies?
Ich bin ein sehr geselliger Mensch und gern unter Leuten. Ich gehe immer einmal pro Monat in den Kaffee Höck des Frauenvereins. Dort spielen wir mal Lotto, es werden Theater vorgeführt und Lieder gesungen und wir können uns gut unterhalten bei einem Dessert oder Z’abig.

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